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Gesundheit & Medizin | 29.11.2021

Proktologische Sprechstunde

Die Proktologie beschäftigt sich mit Krankheiten des Enddarms. Ein häufig tabuisiertes Thema, über das man nicht gerne spricht. Als erfahrener Viszeralchirurg lege ich allen Betroffenen dringend ans Herz, bei Problemen rund um das wichtige Verdauungsorgan einen Experten aufzusuchen. Dies gilt vor allem, wenn Spuren von Schleim, Eiter, Blut oder Fett im Stuhl zu sehen sind oder Symptome wie Schmerzen und Juckreiz auftreten. Bei allen Beschwerden sind wir in unserer proktologischen Sprechstunde jeweils am Dienstag und Donnerstag vom 9 bis 11 Uhr für Sie da. In Notfällen steht unsere Zentrale Notaufnahme rund um die Uhr zur Verfügung. Bitte beachten Sie die aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Auf die wichtigsten Krankheitsbilder des Enddarms möchte ich nachfolgend kurz eingehen:

Das wohl häufigste Problem sind Hämorrhoiden, also eine krankhafte Vergrößerung des schwammartigen, gut durchbluteten Gefäßpolsters am Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal. Sie bleiben oft lange Zeit unentdeckt, sind aber die häufigste Ursache von Afterjucken, Entzündungen, Blutungen oder Stuhlverschmutzung der Wäsche. Je nach Schweregrad lassen sich die Auswirkungen zwar durch Analtampons oder Salben vorübergehend lindern, die Hämorrhoiden selbst verschwinden jedoch ohne spezielle Behandlungsmaßnahmen nicht. Im Gegenteil: Sie nehmen an Größe zu und führen zu immer ausgedehnteren Beschwerden. Bei weit fortgeschrittenen Hämorrhoidal-Leiden raten wir zu einem operativen Eingriff. Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur).

Analfisteln sind Eitergänge zwischen dem Analkanal und der Afterumgebung; sie bleiben meist zurück, wenn ein Abszess eröffnet oder ausgeräumt wurde. Aus der Fistelöffnung sondert sich - oft schmerzhaft - immer wieder eitriges Sekret ab. Es kann dabei immer wieder zu neuen Abszessen und damit zu weiterführenden Zerstörungen der Schließmuskulatur kommen. Eine fachgerechte Operation ist unumgänglich.

Bei einer Analfissur (Afterriss) treten während und nach der Stuhlentleerung heftige Schmerzen auf, die über Stunden anhalten können. Im Anfangsstadium kann eine solche Fissur mit speziellen Cremes ausheilen. Wird der Riss jedoch chronisch, besteht die Gefahr einer Fistelbildung mit teilweiser Zerstörung des Schließmuskels und muss deshalb fast immer operiert werden.

Tumore und Polypen am After oder im Enddarm sind in der Regel zunächst gutartig. Im Zweifel müssen sie jedoch entfernt und mikroskopisch untersucht werden. Nur so lassen sich möglicherweise lebensbedrohliche Entwicklungen verhindern.

Der Mastdarmvorfall, ein seltenes Krankheitsbild, betrifft meistens ältere Menschen, mit 80 bis 90 Prozent hauptsächlich Frauen. Ganz selten sind auch Kleinkinder bis zu drei Jahren unter den Patienten. Der Mastdarm ist mittels Bändern und Muskeln im tiefen Becken normalerweise gut befestigt. Verschiedene Faktoren wie hohes Alter, chronische Verstopfung, Geburtsverletzungen, Bindegewebsschwäche oder sehr selten angeborene Fehlstellungen können diese Befestigung schwächen, so dass sich der Mastdarm immer weiter nach außen durch den Analkanal vorwölbt. Der Mastdarm stülpt sich hierbei in sich selbst hinein (Intussuszeption). Das Innere tritt nach Außen, vergleichbar einer umgekrempelten Socke.

Unser Expertenteam an der Rotkreuzklinik Wertheim bietet allen Betroffenen eine einfühlsame, umfassende Diagnostik. Gemeinsam finden wir den möglichst optimalen, auf Ihre individuelle Situation zugeschnittenen Behandlungsweg für Sie. Nehmen Sie einfach unter Telefon 09342/303-5102 oder per Mail Kontakt mit uns auf.

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Autor

Masoud Pahlevansharif

Chefarzt
Allgemein- und Viszeralchirurgie

 

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